Sammelband »Crux interpretum«

Die Vorträge der interdisziplinären Tagung »crux interpretum – Philologie und Patristik 100 Jahre nach Eduard Schwartz« sollen gemeinsam mit den Vorträgen der Arbeitsgruppe während der XVI International Conference on Patristic Studies (Oxford 2011) in der Reihe Texte und Untersuchungen zur Geschichte der altchristlichen Literatur veröffentlicht werden. Geplantes Erscheinungsdatum ist Frühjahr 2013.

Inhalt1):

  • Christoph Markschies, Eduard Schwartz und die Kirchengeschichte
  • Martin Hose, Der Philologe Eduard Schwartz – Die Bedeutung der Philologie für die Patristik
  • Ekkehard Mühlenberg, Die Edition der ACO – Methoden und Prinzipien
  • Annette von Stockhausen, Die Edition der Konzilsakten und das Problem der Sammlungen – Editionsphilologische Überlegungen anhand der ACO III
  • Uta Heil, Eduard Schwartz und die Theologen
  • Hartwin Brandt, Eduard Schwartz und das Verhältnis zwischen Kirchen- und Reichsgeschichte
  • Bruno Bleckmann, Eduard Schwartz und die spätantiken Historiker
  • Volker Henning Drecoll, Der kirchenhistorische Ertrag von Editionen
  • Richard Price, Conciliar Theology: Resources and Limitations
  • Hanns Christof Brennecke, Synode als Institution zwischen Kaiser und Kirche im spätantiken Imperium Romanum
  • Thomas Graumann, Theologische Diskussion auf Synoden: Erwartungen – Verfahren – Kritik
  • Christian Müller, Die Synode von Mailand 355, Eusebius von Vercelli und die Folgen
  • Annette von Stockhausen, Der Brief der Synode von Ankyra 358
  • Uta Heil, Das Rätsel des Bekenntnisses von Rimini (359 n.Chr.)

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Athanasius von Alexandrien

Athanasius von Alexandrien, Bischof der ägyptischen Metropole von 328-373, steht im Zentrum der politischen, kirchenpolitischen und dogmatischen Entwicklung des 4. Jahrhunderts, die besonders durch die Christianisierung des Römischen Reiches und die davon nicht zu trennende christliche Lehrbildung (Trinitätslehre, Christologie) geprägt ist. Die theologischen Beschlüsse der Synode von Nizäa (325) bildeten Zeit seines Lebens die Basis für Theologie und kirchenpolitischen Aktivitäten und wurden im wesentlichen erst durch ihn zur Glaubensgrundlage der Kirche. Seine theologische Position in den Auseinandersetzung um die Trinitätslehre und seine führende Rolle als Bischof der zweitgrößten Stadt des Imperium Romanum führten ihn, wie an seinen fünf Exilen deutlich wird, in Konflikte mit der kaiserlichen Kirchenpolitik, die lange Zeit von den theologischen und kirchenpolitischen Widersachern des Athanasius geprägt war.

Erst durch seine erzwungenen Aufenthalte in Trier und Rom wurde der lateinische Westen in diese theologische Debatte eingebunden, die zunächst zu einer Spaltung zwischen den Kirchen des Ostens und des Westen (Synode von Serdika 342/343) und am Ende auf der Synode von Konstantinopel (381) zum theologischen Ausgleich zwischen origenistischer und antiorigenistischer Tradition führte.

Zusätzlich zu seinen reichsweiten theologischen und kirchenpolitischen Aktivitäten prägte er während seines Episkopats durch Briefe und Reisen die Strukturen der ägyptischen Kirche, v.a. gelang es ihm, das in seinen Autonomiebestrebungen zur Separation neigende Mönchtum in die Kirche zu integrieren.

Nach seinem Tod im Jahr 373 wurde Athanasius zum Leitbild des sich seit dem 5. Jahrhundert ausbildenden Monophysitismus - in diesen Kontext gehört die Entstehung der verschiedenen Corpora der athanasianischen und pseudathanasianischen Schriften - und darüber hinaus bis heute identitätsstiftend für die koptische Nationalkirche.

index.txt · Zuletzt geändert: 2010/09/27 12:14 von Annette von Stockhausen